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Semesterticket

Ihr habt es ja sicher mitbekommen: in den letzten Wochen hat sich politisch einiges in Sachen „Semesterticket“ getan. Mit dieser Mail wollen wir euch über den aktuellen Stand der Dinge und über die anstehenden Entscheidungen informieren.

1. Was ist passiert?

Das Semesterticket befindet sich seit seiner Einführung in einer Probephase. Hintergrund ist, dass die Verkehrsunternehmen sicherstellen wollten, dass sie durch das neue Ticketangebot keine Verluste erfahren. Die Kostenneutralität wurde seitens der Unternehmen eine Kaufquote des Aufpreistickets durch 70% der Studierenden berechnet. Sollte diese Marke erreicht werden, war geplant, das Semesterticket in der aktuellen Form als Dauermodell beizubehalten. Das Ende der Probephase war ursprünglich für das vergangene Wintersemester vorgesehen, diese wurde aber vorerst um ein Jahr verlängert, da die MVG eine Studie in Auftrag gegeben hatte, um die Veränderungen der Mobilität seitens der Studierenden durch das neue Ticket zu ermitteln.

Im Frühjahr ließ die MVG verlauten, dass auf Grundlage der Studie eine Preiserhöhung von bis zu 50% sinnvoll und notwendig sei, um das Ticket beizubehalten. Die Ergebnisse der Studie wurden allerdings den anderen Verhandlungspartnern (das sind im Wesentlichen der MVV, die S-Bahn München AG, die Stadt München, das Studentenwerk und die Studierendenvertretungen der drei großen Münchner Hochschulen) gegenüber nicht veröffentlicht. In jedem Fall hätten die Studierenden von LMU, TUM und HM dem Angebot für ein dauerhaftes Semesterticket in einer Urabstimmung zustimmen müssen. Da die vorgeschlagene Preiserhöhung der MVG von den anderen Verhandlungspartnern als unrealistisch angesehen wurde, wurde folgende Kompromisslösung erarbeitet:

- die Preise für das Semesterticket steigen zum WS 16/17 einmalig um gut 15%

- da kurzfristig kein tragfähiges Gesamtkonzept vorgelegt werden konnte, wird die studentische Urabstimmung auf das WS 16/17 verschoben

- die eigentlich durch alle Studierenden zu genehmigende Erhöhung wird ausnahmsweise aufgrund des Zeitdrucks nur durch die studentischen Vertretergremien – im Falle der LMU ist das der Konvent der Fachschaften – abgestimmt

Noch in den Semesterferien hat der Konvent der Fachschaften der LMU, ebenso wie die Studierendenvertretungen der anderen Hochschulen, mehrheitlich diesem Vorgehen zugestimmt. Dies geschah explizit gegen die Stimme der Fachschaft Komparatistik.

2. Wo ist das Problem?

Da die von der MVG in Auftrag gegebene Studie nach wie vor nicht öffentlich ist, sind viele Details uns nicht bekannt. Wir wissen allerdings, dass:

- die Verkehrsunternehmen durch die Einführung des Semestertickets keine Verluste gegenüber dem Status quo ante in Kauf nehmen mussten

- die Einnahmen durch Fahrkartenverkäufe allerdings nicht in dem Maße gestiegen(!) sind, wie die Verkehrsunternehmen dies erwartet hätten

- die Verkehrsunternehmen dies vor allem auf niedrigere Verkaufszahlen des sog. „Bartarifs“, also Tages- und Streifenkarten, zurückführen

- diese „verminderten Mehreinnahmen“ werden einseitig auf die Einführung des Semestertickets zurückgeführt

Es spricht vieles dafür, dass diese letzte Schlussfolgerung nicht korrekt ist und wir Studierenden letztlich Mindereinnahmen aus anderen Sektoren sowie Kalkulationsfehler der Verkehrsunternehmen ausbaden sollen:

- Zeitgleich zum Semesterticket wurden die Regeln für Monats- und Wochenkarten geändert, sodass diese nicht mehr nur bis zum ersten Tag des Monats/der Woche gültig sind, sondern 31 bzw. 7 Tage

- Im Jahr 2015 nahmen die Verkehrsunternehmen unerwartet viel durch Ticketverkäufe ein; letztlich sind die Einnahmen in den letzten Jahren, verglichen mit der Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt München, sogar leicht überdurchschnittlich gestiegen

Diese beiden Punkte werden seitens der MVG weder thematisiert noch in der Kalkulation berücksichtigt und widersprechen der Ansicht, die Studierenden könnten für „verminderte Mehreinnahmen“ verantwortlich sein.

- Rechnet man die vorgeschlagene Preiserhöhung auf die Kaufquote des Aufpreistickets um, ergibt sich, dass von Anfang die Kaufquote über 100% der Studierenden hätte liegen müssen, damit das Ticket kostenneutral sein könnte. Das ist absolut unlogisch und spricht nicht dafür, dass die Preiserhöhung gerechtfertigt sein könnte.

Problematisch ist selbstverständlich auch, dass die Verkehrsunternehmen, obwohl sie seit 2012 wussten, dass sie ein dauerhaftes Konzept vorzulegen haben würden, dies so weit hinausgeschoben haben, dass eine sinnvolle Abstimmung unter Einbeziehung der Studierenden nicht mehr möglich war und letztlich nur die studentischen Gremien unter Zeitdruck, vermeintlich ohne Alternativen und in Unkenntnis der der Kalkulation zugrundeliegenden Zahlen über die Zukunft des Semestertickets beraten konnten.

3. Wie geht es weiter?

Die Preiserhöhung für das kommende Wintersemester ist bereits festgelegt. Die MVG ist allerdings durch den Beschluss der studentischen Vertreter dazu gezwungen, bis Mai 2016 den Verhandlungspartnern ihre Studie vorzulegen und außerdem darzulegen, wie das Semesterticket dauerhaft weitergeführt werden soll.

Im Wintersemester wird es dann eine Urabstimmung unter allen Studierenden der drei großen Hochschulen über die bereits erfolgte Preiserhöhung von 15% sowie weitere im Raum stehende Preiserhöhungen von möglicherweise weiteren 10% oder mehr stattfinden.

Bedingung für die Annahme des Angebots seitens der Studierenden ist, dass an allen drei Hochschulen separat das Angebot mehrheitlich angenommen werden muss.

Sollte dies nicht der Fall sein, ist die Zukunft des Semestertickets bestenfalls als unklar zu bezeichnen. Für den Fall der Abschaffung des Semestertickets sind alle Studierenden, so wie bereits vor seiner Einführung, berechtigt, die (wochen-, monats- und zukünftig auch jahresweise beziehbaren) ermäßigten Fahrkarten des „Ausbildungstarif II“ zu nutzen. Im Unterschied zum Semesterticket ist der Preis dieser je nach Entfernung zwischen Wohn- und Ausbildungsort preislich gestaffelt, d.h. wer in Uni-Nähe wohnt, würde in Zukunft möglicherweise günstiger fahren, für Studierende mit Wohnort im Außenraum könnte die MVV-Nutzung dann deutlich teurer werden. Außerdem arbeiten die Gewerkschaften derzeit daran, ein für alle in Ausbildung befindlichen Personen (Schüler, Azubis, Studierende) nutzbares Ticket für 365€/Jahr anbieten zu lassen; die Umsetzung dieses Projekts durch die Politik ist aber derzeit mehr als fraglich.

4. Was kann man tun?

Derzeit nicht viel. Der Arbeitskreis Mobilität der Studierendenvertretung kann natürlich jederzeit Unterstützung gebrauchen, für Kontaktdaten wendet euch bitte an uns. Als eine der kleinsten Fachschaften der LMU ist unser Stimmgewicht bei Gremienentscheidungen natürlich nicht besonders hoch. Am 14. und 15. Juni finden wieder Hochschulwahlen statt – je höher die Wahlbeteiligung ist, desto besser können die Fachschaften euch als ihre Studierenden vertreten. Deshalb: geht wählen! - Das gilt natürlich analog auch für alle anderen Fachschaften.

Wenn ihr Fragen habt, schreibt uns oder kommt in unsere Sprechstunde (mittwochs 14-16 Uhr in RU104b, Schellingstr. 3 RG). Selbstverständlich werden wir euch auch über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

 


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